Bergstadt Schneeberg
 
Siebenschlehener Pochwerk
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Vom 16. bis zum 19. Jh. war das Schneeberger Revier weltgrößter Fundort für Kobalterze, aus denen man das berühmte Kobaltblau herstellte.

Zu den wichtigsten Denkmalen des Kobaltbergbaus zählt das Siebenschlehener Pochwerk. Es gehörte zur 1495 erstmals erwähnten Fundgrube Siebenschlehen und diente der Aufbereitung der abgebauten Erze.

Reine Erze findet man nur zu einem geringen Teil, meist hatten die geförderten Erze ca. 1 bis 20% Gehalt an nutzbaren Mineralien. Vor dem Verkauf mußten diese aber auf annähernd 100% gebracht werden. Der Hauptteil dieser Arbeit fand in den Pochwerken statt.
   
Zuerst mußten die Erze auf die notwendige Feinheit zerkleinert (gepocht) werden. Die Setzerze wurden trocken auf eine Korngröße von 3 bis 5 mm und die Pochgänge bis zu feinem Schlamm gepocht. Beim anschließenden Siebsetzen erfolgte das "Waschen" der trocken gepochten Setzerze.

Waschen steht in den Pochwerken für die Trennung von Erz und taubem Gestein. Bei der nassen Aufbereitung wird der feingepochte Schlamm auf sogenannte "Herde" aufgetragen, auf welchen die Trennung der Erze vom tauben Material stattfindet. Im Laufe der Jahrhunderte wurden verschiedene Typen dieser Herde entwickelt, bewegliche und unbewegliche. Der Abfall vom Herdwaschen wurde als Bau oder Scheuersand in den Handel gebracht.

Ursprünglich befand sich die Wohnung des Pochwerksteigers im 1. Stock des Hauptgebäudes. Da die Wohnbedingungen über der Aufbereitung sehr schlecht waren, wurde um 1830 endlich ein eigenes Huthaus gebaut.

Zum Betrieb des Pochwerkes wurde im Lindenauer Tal ein ca. 600 m langer Graben angelegt (ursprünglich auch für das Gesellschafter Pochwerk). Zur besseren Regulierung der Aufschlagwassermenge erbaute man 1838 den Unteren Lindenauer Teich.

Führungen und Öffnungszeiten
DasTechnische Museum „Siebenschlehener Pochwerk“ ist vom 17. April bis 31. Oktober 2017 jeweils Donnerstag bis Sonnabend von 10.00 – 16.00 Uhr geöffnet.

An folgenden Tagen ist das Museum ebenfalls von 10.00 - 16.00 Uhr geöffnet:

  • Ostermontag am 17. April
  • Bergbau-Erlebnistag am 03. Juni / Erlebnistage Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoří
  • Pfingstmontag - Deutscher Mühlentag am 5. Juni
  • Schneeberger Bergstreittag am 22. Juli 
  • Tag des offenen Denkmals am 10. September
  •  Museumsnacht (www.museumsnacht-silberberg.de) am 2.Oktober von 18.00 – 23.00 Uhr - letzte    Führung  22.00 Uhr 
  • Reformationstag am 31.Oktober 
  • Schneeberger Lichtelfest am 2. Adventwochenende 
  • Neujahr – Führung 10.30
An den übrigen Wochentagen sind ganzjährig Führungen nach vorheriger Vereinbarung unter Telefon: 03772 22636 oder 03772 356203, möglich.


 
Darüber hinaus wird über das Siebenschlehener Pochwerk die Befahrung des Besucherbergwerks „Gesellschafter Abzugsrösche“ oder eine Wanderung auf dem Bergbaulehrpfad angeboten.

Für eine geführte Wanderung auf dem Bergbaulehrpfad ist eine Voranmeldung notwendig. Die Wanderung dauert 3-4 Stunden und wird für Gruppen ab 7 Personen empfohlen.
   

Technisches Museum "Siebenschlehener Pochwerk"

Lindenauer Straße 22
08289 Schneeberg
Telefon 03772 22636

[ weitere Informationen ]
 
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