Bergstadt Schneeberg
 
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Der „Filzteich“
Der Filzteich wurde zwischen 1483 und 1485 auf altem Zinnseifengelände zur Versorgung des Schneeberger Bergbaus mit Aufschlagwasser angelegt. Nach einem Teichdammbruch im Jahr 1783 wurde der Teich als größter Wasserspeicher des Schneeberger Bergbaugebietes wieder erbaut. Im großen Waldgebiet westlich des Filzteiches befinden sich die ausgedehnten Zuführungs- und Wassererschließungsgräben. Der Filzteich besitzt auch als Naturgewässer große Bedeutung. Das Wasser des Zulaufes entspringt in einem Hochmoor des Hartmannsdorfer Forstes. Es hat eine bräunliche Färbung, welche durch Moortrübstoffe hervorgerufen wird. Da bekanntlicherweise Moor ein anerkanntes Naturheilmittel ist, kann man davon ausgehen, dass ein Bad im Filzteich der Gesundheit nur zuträglich sein kann. Seit 1933 wird der Filzteich als Naturstrandbad genutzt.

Für die aktive Erholung gibt es viele Möglichkeiten. Neben der 85 m langen Großwasserrutsche stehen Sprungturm, Wassertreter, Ruderboote, eine Kinderrutsche, Tischtennisplatten, eine Freikegelbahn, eine Großwippe, eine Hängeseilbahn, ein Großschachplatz sowie mehrere Kinderspielplätze zur Verfügung. Aber auch Strandkörbe, Liegen, Liegestühle und Sonnenschirme zum Ausleihen sowie ein FKK-Strand sind vorhanden. In Freiluftgaststätten und Kiosken wird für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt. Während der Badesaison werden eine Reihe von Veranstaltungen angeboten, wie Filzteichfest, Strandkonzerte, Diskos und Kinderfeste. Sportwettkämpfe wie Triathlon sind über die Grenzen des Freistaates hinaus bekannt.



UNESCO-Welterbeantrag
Die Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohorí auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe
 
Historische Altstadt Schneeberg

Über 800 Jahre Bergbau haben die Entwicklung des Erzgebirges beiderseits der deutsch-tschechischen Grenze geprägt und eine bedeutende montane Kulturlandschaft hervorgebracht.
Beindruckend sind die Vielfalt der abgebauten und verarbeiteten Erze sowie die große Bandbreite an montanen, industriellen und kulturellen Sachzeugen.
Gleichermaßen sind Brauchtum, Tradition und Kunsthandwerk vom Montanwesen geprägt.

Diese Kulturlandschaft ist damit in ihrer Gesamtheit einzigartig. Die Unversehrtheit und historische Echtheit der erhaltenen montanen Sachzeugen ist ein wesentliches Kriterium für die Anerkennung des außergewöhnlichen universellen Wertes für das Erbe der Menschheit.
Um die „Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoří“ umfassend zu repräsentieren, wurden aus der Vielfalt der historischen Sachzeugen 85 Bestandteile ausgewählt. Maßgebend für die Auswahl war die umfassende Abbildung aller wichtigen Merkmale der montanen Kulturlandschaft.

Schneeberg


Eine der bedeutendsten Bergstädte des Erzgebirges ist neben Freiberg, Annaberg-Buchholz und Marienberg die Bergstadt Schneeberg.
Nach den spektakulären Silberanbrüchen in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts erlangte der Bergbau auf Kobalt weltweite Bedeutung und stellt ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal dar.
Das historische Bergbaugebiet Schneeberg ist ein wesentlicher Bestandteil des seriellen Gutes des Welterbantrages und beinhaltet folgende Elemente:
- die Historische Altstadt von Schneeberg
- die Fundgrube Weißer Hirsch
- die Montanlandschaft Schneeberg mit dem Siebenschlehener Pochwerk, der Silber-
   Schmelzhütte St. Georgen, der Fundgrube Gesellschaft, der Fundgrube Sauschwart, dem
   Filzteich, der Fundgrube Wolfgangmaßen
- die Fundgrube St. Anna am Freudenstein nebst Troster Stolln in Zschorlau
- das Blaufarbenwerk Schindlerswerk bei Zschorlau/Albernau
- die Weiße Erden Zeche in Aue, das Auer Hammerherrenhaus und die Wellner-Fabrik
- der Schneeberger Floßgraben
- die Bergbaulandschaft Bad Schlema
- die Bergbaulandschaft Hoher Forst bei Kirchberg

Welterbeantrag


2014 wurde der 1400 Seiten umfassende sächsisch-tschechische Welterbeantrag unter dem Titel „Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoří“ in Paris eingereicht. 2015 erfolgte durch eine Expertenkommission die Begutachtung der 85 Bestandteile mit über 500 Objekten vor Ort. Die Auswertung des Internationalen Denkmalrates (ICOMOS – International Council on Monuments and Sites) bescheinigte dem Antrag ein hohes Welterbepotential, regte jedoch die weitere Qualifizierung der Unterlagen an.
Auf Beschluss des Vereins Welterbe Montanregion Erzgebirge e.V. vom 08. April 2016 wurde das Sächsische Staatsministerium des Innern gebeten, in Abstimmung mit dem tschechischen Kulturministerium den Welterbeantrag offiziell zurückzuziehen.
Bis zur erneuten Einreichung soll mit Unterstützung von ICOMOS der Welterbeantrag überarbeitet und präzisiert werden.
Mit der Einreichung am 1. Februar 2018 beim UNESCO-Welterbezentrum in Paris wäre im Jahr 2019 die Titelvergabe möglich.


Aktuelle Infos: http://www.montanregion-erzgebirge.de/

   

 
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